16.02.2024 08:00

Die U-21-Teams starten aus der zweiten Tabellenhälfte

Am Wochenende steht in der Hoval Promotion League die erste Vollrunde des Jahres 2024 auf dem Programm. Einige U-21-Mannschaften kämpfen gegen den Abstieg.

Nicht weniger als sieben U-21-Teams gehören zur Hoval Promotion League - und alle sieben sind nach 18 Runden in der zweiten Tabellenhälfte klassiert. Der FC Zürich schneidet bislang mit Rang 10 und 24 Punkten am besten ab; Servette liegt mit lediglich zwei Siegen am Tabellenende. Woran liegt es, dass die U-Mannschaften den anderen den Vortritt lassen müssen?

Servette: Verstärkungen notwendig

«Wir sind mit einer sehr jungen Equipe in die Meisterschaft gestartet», sagt Servette-Trainer Andrea Binotto, «aber wir kamen zur Erkenntnis: Es mangelt an Routine. Die Talente müssen geführt werden.» Also haben die Genfer reagiert und sich verstärkt: Yanis Lahiouel (28) und Rafidine Abdullah (30) bringen Erfahrung aus der Challenge League mit. Dazu kommt Nikita Vlasenko (23), der einst Einsätze in Schweizer Nachwuchs-Nationalteams absolvierte. Auch von ihm erhofft sich Binotto einiges.

Der Ligaerhalt ist für die Grenats oberstes Gebot, weil die Liga für die Clubleitung und Binotto die ideale Stufe ist, um junge Fussballer an die erste Mannschaft heranzuführen. Der Coach hebt die Intensität hervor, die Herausforderung auch, auf Gegenspieler zu treffen, die sich schon Jahre auf diesem Niveau bewährt haben.

St. Gallen: «Hohe Wettkampfqualität»

Gleich klingt es auch aus St. Gallen. Orest Shala, der Trainer der Ostschweizer, erwähnt die «hohe Wettkampfqualität» in den Partien: «Wenn meine jungen Spieler sich mit routinierten und auch abgezockten Fussballern messen können, bringt sie das für die Zukunft weiter.» Darum will auch der 32-jährige Ausbildner alles daran setzen, um mit dem FCSG den Klassenerhalt zu sichern. Wobei ein Ziel nie aus den Augen verloren werden darf: Es geht bei der täglichen Arbeit darum, die Talente so zu fördern, dass sie ein Thema für die Profi-Abteilung im Klub werden.

Luzern: Geduld nach dem Umbau

Diesbezüglich hat der FC Luzern in der jüngeren Vergangenheit vorzügliche Arbeit geleistet. Das Super-League-Team ist gespickt mit Spielern, die vor kurzem noch in der Promotion League dabei waren. Zu dieser überaus positiven Entwicklung hat gewiss auch Michel Renggli beigetragen, der seit Sommer 2022 die Verantwortung für die U-21 trägt und mit ihr eine überragende Saison 2022/23 absolvierte: Die Luzerner gewannen die Meisterschaft, durften aber gemäss Reglement nicht in die Challenge League aufsteigen.

Nun belegen sie vor dem Start in die zweite Hälfte dieser Spielzeit nur Rang 12. Renggli macht das allerdings nicht nervös, für den Rückstand auf die Spitze findet er Gründe - vor allem einen: den Umbruch im Sommer. Er musste nach diversen Abgängen eine neue Mannschaft aufbauen. «Damit muss der Trainer eines U-Teams leben», sagt der 43-Jährige, «natürlich möchten wir Erfolge wie in der vergangenen Saison wiederholen, aber eine unserer wichtigsten Aufgaben besteht eben auch darin, Spieler weiter auszubilden und sie näher an die erste Mannschaft zu bringen.»

Zürich und Basel: Mit neuem Trainer

Der FC Zürich nimmt das Jahr 2024 mit einem neuen Trainer in Angriff: Der Holländer Ricardo Moniz ersetzte in der Winterpause Genesio Colatrella. Sein Debüt gibt er am Sonntag auswärts gegen Biel.

Ebenfalls neu ist der Mann, der den FC Basel coacht. Der frühere Profi Mario Cantaluppi übernahm das Amt von Dennis Hediger, der entlassen wurde und nun beim FC Zürich eine neue Anstellung gefunden hat. Gegenüber der «Basler Zeitung» sagte Cantaluppi Mitte Dezember: «Meine grosse Motivation ist, den Jungen etwas weiterzugeben. Damit sie sich den Traum erfüllen können, den ich leben durfte. Der FC Basel ist für mich der FC Bayern der Schweiz. Man hat ständig Druck, das finde ich toll.» Ein erstes Ausrufezeichen setzte Cantaluppi mit seinem Team bereits: Am Mittwoch schlug der FCB in einem Nachtragsspiel Leader Etoile Carouge 2:0 und rückte dank dem vierten Saisonsieg auf Tabellenplatz 16 vor.

Mit gleicher Besetzung an der Seitenlinie geht es bei YB weiter. Der 52-jährige Joël Magnin trägt als Trainer die Verantwortung bei den elftplatzierten Young Boys. Und dann ist da schliesslich noch der FC Lugano auf Rang 15. 

Trainer Ludovico Moresi, der mit seiner Equipe am Samstag YB empfängt, sagt vor dem Start: «Wir sind ein junges Team, für das der Klassenerhalt Priorität hat.» Und: «Wir haben uns in der ersten Saisonhälfte mehr als gut geschlagen.»

Für den 43-jährigen Italiener ist klar: «Es gibt Mannschaften, die objektiv betrachtet ausserhalb unserer Reichweite liegen. Mühe hatten wir gegen Teams mit erfahrenen Spielern, die eine Vergangenheit in der Super League oder Challenge League haben. Sie bringen Erfahrungen mit, die viele meiner Jungs noch nicht haben.» (pmb.)