09.02.2024 08:00

«Lassen wir uns überraschen»

Marco Di Palma, Finanzchef der Ersten Liga, freut sich darauf, dass der Spielbetrieb bald wieder aufgenommen wird. Sicher ist: Der 59-Jährige wird in der Region Genf oft auf den Plätzen zu sehen sein.

Es ist gewiss nicht übertrieben, den gebürtigen Schaffhauser, der in Genf lebt, als Urgestein zu bezeichnen: Marco Di Palma sitzt seit dem Jahr 2000 im Komitee der Ersten Liga und kümmert sich um die Finanzen.

Am heutigen Freitag feiert er nun seinen 59. Geburtstag. Ein ordentliches Fest, sagt er, gebe es aber erst in einem Jahr.

Marco Di Palma, was wünscht man sich zum 59. Geburtstag?

Gesundheit. Nichts ist wichtiger als das.

Der Spielbetrieb in der Ersten Liga ruht. Was macht ein Komitee-Mitglied in der fussballlosen Zeit?

Sehr viel. Wir haben in einer Winter- oder auch Sommerpause fast mehr zu tun als dann, wenn der Betrieb wieder läuft. Gerade im Finanzwesen fiel im Januar einiges an Arbeit an, der Jahresabschluss 2023 zum Beispiel. Die Gefahr, dass es mir langweilig hätte werden können, war überschaubar.

Wie hast Du den fussballerischen Hunger gestillt?

Ich habe genügend Spiele sehen können, halt einfach vorwiegend im Fernsehen. Es gab diesbezüglich ja eigentlich nie einen Unterbruch, nicht einmal über die Festtage. Da konnte ich englischen Fussball schauen, wenn ich Lust hatte.

Aber die Vorfreude auf den Wiederbeginn der Hoval Promotion League und der 1. Liga Classic dürfte gross sein.

Absolut. Bis vor einem Jahr war ich noch Finanzchef des Lancy FC, nun bin ich bei keinem Verein mehr Mitglied. Das heisst, dass ich seit ein paar Monaten nicht mehr gebunden bin, sondern an den Wochenenden auf irgendwelche Plätze in der Region Genf fahren kann. Das will ich in Zukunft vermehrt tun, ich werde es geniessen, frei wählen zu können, welchen Match ich mir anschaue. Vielleicht fahre ich Ende Februar in den Jura. Die SR Delémont, einer unserer Vereine, trifft im Cup-Viertelfinal auf Servette - das gehört zu den Highlights der zweiten Saisonhälfte.

Wie ist das sportliche Niveau in den Meisterschaften der Ersten Liga einzuordnen?

Meines Erachtens sehr hoch. Ich finde den Fussball, der in der Hoval Promotion League und in der 1. Liga Classic geboten wird, überaus interessant. Die Partien gerade auch mit den U21-Teams sind oft sehr spannend, weil es immer wieder zu Begegnungen kommt, in denen junge, gut ausgebildete Talente auf Routiniers treffen, die schon viel erlebt haben. 

Kann es also sein, dass man Marco Di Palma an einem Wochenende vielleicht sogar an zwei Partien als Zuschauer antrifft?

Ja, wieso nicht? Und vielleicht gibt es einmal sogar deren drei… (lacht) Ich schätze den Austausch mit den Klubvertretern vor Ort sehr, weil ich ihren Puls spüre und mitbekomme, was sie gerade beschäftigt.

Welche Projekte stehen für die Liga an?

Wir beteiligen uns von der Ersten Liga am Pilotprojekt «Digitale Matchkarte». Das heisst, dass die Mannschaften keine Matchkarte mehr ausgedruckt werden. Der Schiedsrichter erhält die Karte digital. Einzig die Zettel, auf denen die Namen der Ein- und Auswechselspieler notiert werden, behalten wir vorderhand noch bei.

Eine letzte Frage noch: Steigt ein Klub aus der Promotion in die Challenge League auf?

Ich traue Etoile Carouge einiges zu. Aber ob es am Ende wirklich reicht? Lassen wir uns überraschen. (pmb.)