«Yverdon Sport ist das Projekt einer ganzen Region»

  • 07.06.2021

Mario Di Pietrantonio, Präsident von Yverdon-Sport, spricht über den Aufstieg der Waadtländer in die Challenge League und die Ziele in der kommenden Saison.

Mario Di Pietrantonio. (Foto: flashpress/allenspach)
Mario Di Pietrantonio. (Foto: flashpress/allenspach)

Herzlichen Glückwunsch zum Aufstieg. Angesichts der Umstände muss es eine grosse Erleichterung gewesen sein.

Natürlich war es das! Es ist mehr als eine Erleichterung, es ist eine riesige Freude für eine ganze Region. Die Emotionen am Ende des entscheidenden Spiels gegen Cham waren einfach unglaublich. Es ist die Frucht einer riesigen Arbeit, die vor acht Jahren initiiert wurde. Und wie unser Trainer Jean-Michel Aeby oft sagt: Sie war wirklich voller Hindernisse. Wir haben es geschafft, all diese Hindernisse zu überwinden. Ich möchte der Mannschaft gratulieren, die gemeinsam mit dem Staff aussergewöhnliche Arbeit geleistet hat.                

Ohne noch einmal auf die Details der grossen Enttäuschung der abgebrochenen letzten Saison einzugehen: Haben Sie einmal daran gedacht, aufzuhören?

Ja. Aber das dauerte nur 24 Stunden. Ich erhielt unzählige motivierende Nachrichten, die mir zeigten, dass ich nicht aufgeben kann. Das wäre auch nicht mein Stil. Yverdon-Sport bin nicht ich, es sind vor allem Fans, leidenschaftliche Menschen, die den Verein lieben. Es ist das Projekt einer ganzen Region.

Welches waren für Sie die Highlights, seit Sie im Februar 2014 das Amt des Präsidenten übernommen haben?

Zunächst einmal der Aufstieg 2017 in die Promotion League, das was ein groser Moment. Ich denke auch an den Moment zurück, als Guy Roux (Anm. d. Red.: der legendäre Trainer von AJ Auxerre) uns überraschte, als er in die Kabine kam, um der Mannschaft mitzuteilen, dass er sie beim Abschiedsspiel von Djibril Cisse coachen würde, bevor dieser in Tränen ausbrach. Schliesslich die letzten zehn Minuten des Spiels gegen den SC Cham, als wir 3:2 führten. Ich war allein oben auf der Tribüne und überzeugt, dass wir den Punktestand halten würden. Alle möglichen Bilder gingen mir durch den Kopf. Es war das reine Vergnügen.

Waren Sie besorgt über die durchschnittliche Leistung Ihres Teams mit nur ein Sieg in drei Spielen, als der Meisterschaftsbetrieb Ende März wieder aufgenommen wurde?

Das hat mich natürlich beunruhigt. Ich habe am Montag nach dem Spiel gegen die AC Bellinzona mit den Spielern darüber gesprochen. Ich denke, es gab eine gewisse mentale Ermüdung bei den Spielern, die auch mit dem Druck zusammenhing, der den Verein bei diesem Streben nach der Challenge League umgab. Sie kamen jedoch schnell wieder in die Spur, und ich war besonders beeindruckt vom Selbstvertrauen, das in der Gruppe herrschte. Die Mannschaft war immer sehr selbstbewusst. Das hat es ihr ermöglicht, stets wieer Antworten zu finden.

Bester Angriff der Liga, beste Abwehr, dazu viele Spielern, die schon einmal höher gespielt haben: Ist der Eindruck richtig, dass die Mannschaft schon bereit für die Challenge League ist?

Ich glaube, da irrt man ein bisschen, wenn man so denkt. Es ist klar, dass wir eine wirklich gute Mannschaft haben. Aber wenn wir die Details ansehen, Position für Position, müssen wir Anpassungen vornehmen. Entscheidungen wurden bereits getroffen, und sie waren manchmal sehr schwierig. Alle sagen, dass wir es mit dem aktuellen Kader in die Challenge League mithalten werden, aber davon bin ich nicht überzeugt. Es ist eine Liga, in der sehr guter Fussball gespielt wird, es ist ein ganz anderes Niveau.                    

Welche Ziele verfolgte Yverdon Sport in der nächsten Saison?

Das primäre Ziel ist es, in der Liga zu bleiben. Aber ich erhoffe mir einen sicheren Klassenerhalt - mit ohne Angst haben zu müssen. Warum sollen wir nicht eine Überraschung schaffen, wenn es gut läuft? Wir wollen mit attraktivem Fussball die Leute ins Stade Municipal locken. (jm)

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