«Wir sind auf dem richtigen Weg»

  • 30.09.2021

Die Saison läuft auf Hochtouren. Jérémy Manière, Leiter der Geschäftsstelle der Ersten Liga, sagt, was ihm bislang besonders gefällt - und warum es sich lohnt, Spiele zu besuchen.

Wie fällt eine erste Zwischenbilanz der Saison 2021/22 aus?

Sehr positiv. Die Wettbewerbe sind bisher reibungslos verlaufen. Sowohl in der YAPEAL Promotion League als auch in der 1. Liga gab es spannende Spiele. Ausserdem haben wir vor kurzem neue Partnerschaften geschlossen, die den Vereinen finanziell und in Bezug auf die Dienstleistungen zugutekommen. Diese Partnerschaften werden es uns ermöglichen, die Attraktivität und Unabhängigkeit unserer Abteilung schrittweise zu stärken. Auch wenn es noch Raum für Verbesserungen gibt, habe ich das Gefühl, dass die Erste Liga in vielen Bereichen Fortschritte macht. Die Rückmeldungen der Vereine stimmen zumindest im Allgemeinen damit überein. Wir sind auf dem richtigen Weg.

Was ist für den Geschäftsführer das bislang Erfreulichste?

Selbstverständlich die Tatsache, dass die Wettbewerbe langsam wieder zu einer gewissen Normalität gefunden haben, nicht zuletzt durch die Rückkehr der Zuschauer. Wie alle in der Gesellschaft haben auch die Fussballvereine, Spieler und Fans in den letzten Monaten gelitten. Abgesehen vom finanziellen Aspekt war die Wiederaufnahme des Spielbetriebs auch aus psychologischer Sicht unerlässlich. Es ist toll, dass wir unsere Leidenschaft nun wieder gemeinsam geniessen können.            

Mit welchen Problemen kämpfen die Clubs vor allem in Zeiten von Corona?

Die ständige Ungewissheit über viele Monate und die daraus resultierenden Planungsprobleme waren für unsere Vereine schwer zu verkraften. Einige sahen ihre sportlichen Ambitionen durch das Aufkommen von Covid untergraben, für andere verschlechterte sich die bereits prekäre Finanzlage weiter. Und es gibt Clubs, die einen Rückgang der Mitgliederzahlen verzeichneten. 

Welches sind die Projekte, die mittel- und langfristig anstehen?    

Eines der Hauptprojekte, an denen wir derzeit arbeiten, ist das Streaming. Wir möchten, dass alle unsere Vereine in naher Zukunft Kameras mit künstlicher Intelligenz in ihren Stadien haben. Dies würde nicht nur personelle Ressourcen in unseren Vereinen einsparen, sondern uns auch die Möglichkeit geben, unsere Partien landesweit zu übertragen. Auf einer allgemeineren Ebene ist die für Ende des Jahres geplante Reform der Spielklassenstrukturen des SFV ein wichtiges Thema.

Warum empfiehlt der Geschäftsführer allen Fussballinteressierten, Spiele in der Promotion League und 1. Liga zu schauen?

Einerseits, weil man die zukünftigen Spieler unserer A-Nationalmannschaft beobachten kann. 24 der 26 Spieler, die Vladimir Petkovic diesen Sommer für die EM aufgeboten hatte, haben einst in der Promotion League oder in der 1. Liga gespielt. Andererseits, weil man sehr attraktive Partien sehen kann, manchmal sogar Regionalderbys mit einer tollen Ambiance. Und mit Spielern, die über viel Qualität verfügen, die in ihrer jeweiligen Region wichtig und zugänglich sind und mit denen man sich identifizieren kann. Ich empfehle allen Fussballfans in der Schweiz, unsere Vereine mit einem Besuch im Stadion zu unterstützen. (pmb.)

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