Sébastien Le Neün ist mit Echallens auf Erfolgskurs

  • 18.11.2021

Der französische Innenverteidiger ist seit diesem Sommer einer der Leistungsträger beim Leader der Gruppe 1. Bei den Waadtländern fühlt sich der 33-Jährige überaus wohl.

Foto: Frédéric Roth
Foto: Frédéric Roth

Es ist nicht so, dass der FC Echallens Région unter allen Umständen die Aufstiegsspiele erreichen muss. Aber die Mannschaft von Trainer John Dragani ist schwungvoll in die Meisterschaft gestartet und hat sich mit acht Siegen in bislang zwölf Partien in eine günstige Ausgangslage gebracht. Sébastien Le Neün sagt: «Wenn sich am Ende die Chance bietet, wollen wir sie natürlich packen.»

Le Neün ist als Innenverteidiger und Vizecaptain einer der Leistungsträger bei den Waadtländern, die am vergangenen Wochenende dank eines 3:1 in La Chaux-de-Fonds den FC Bulle an der Tabellenspitze abgelöst haben. Und der 33-jährige Franzose bringt eine enorme Erfahrung mit. Le Neün, aufgewachsen in Paris, brachte es in seiner Heimat zum Profi, hatte dann aber mit Verletzungspech zu kämpfen. Einmal fiel er deswegen 18 Monate aus und erreichte danach nicht mehr sein vorheriges Niveau.

Mit Yverdon aufgestiegen

2013 begann für ihn ein neues Kapitel, er wusste, dass seine Karriere als Berufsfussballer nicht weitergehen würde. Le Neün erhielt ein Angebot von Vevey - zum einen als Spieler, zum anderen bot ihm der Verein eine berufliche Perspektive. Also sagte er zu, zog in die Schweiz und blieb. Von Vevey wechselte er zu Stade Lausanne, 2015 wurde Bavois sein neuer Verein, mit dem er den Aufstieg in die Promotion League schaffte und Werbung für sich machte. Jedenfalls bekam er nach drei Saisons einen Vertrag bei Yverdon und war im vergangenen Mai noch dabei, als der Aufstieg in die Challenge League realisiert wurde.

Allerdings endete damit sein Aufenthalt im Verein. Gewiss, er hätte die Herausforderung gerne angenommen, nur: Er merkte, dass er keine grosse Rolle gespielt hätte. Und seinen Beruf als Qualitätsmanager wollte er nicht opfern, um danach vorwiegend bei Yverdon auf der Ersatzbank zu sitzen.

Aufhören, das war allerdings noch keine Option für ihn. Darum kam ihm die Anfrage von Echallens gelegen, von jenem Verein, bei dem Lucien Favre einst Spieler und Trainer war, dessen Farben einst auch die Nationalspieler Ludovic Magnin sowie Blaise Nkufo trugen. Bereut hat Le Neün den Schritt zurück in die 1. Liga nicht im Ansatz: «Ich fühle mich total wohl in diesem familiären Umfeld und ausgezeichnet geführten Club. Wir haben eine ambitionierte Mannschaft mit einem sehr guten Coach und vielen talentierten Jungen aus der Region. So macht es richtig Spass.»

Noch zwei Heimspiele

Le Neün spürt, dass etwas heranwächst, dass er zur richtigen Zeit zum richtigen Verein gestossen ist. Und er weiss, dass für ihn nach der ersten Saison nicht Schluss sein wird - er will mit Echallens weitermachen, in welcher Liga auch immer. Im Kampf um eine Teilnahme an den Aufstiegsspielen zählt mehrere Konkurrenten zum Kreis der Favoriten: «Bulle, Meyrin, Lancy, Vevey, Thun, La Chaux-de-Fonds - es gibt verschiedene Kandidaten, denen ich es zutraue, am Ende oben zu stehen. Aber natürlich hoffe ich, dass wir es mit Echallens sein werden.»

Mit seinen Kollegen will er noch vor der Winterpause die Position an der Tabellenspitze festigen - mit zwei erfolgreich gestalteten Heimspielen. Am Samstag ist der FC Naters zu Gast, eine Woche später zum Abschluss des Jahres Lancy. (pmb.)

 

 

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