Die Uzwiler sind gekommen, um zu bleiben

  • 04.11.2021

Der Aufsteiger der Gruppe 3 findet sich nach Startschwierigkeiten immer besser zurecht - nicht zuletzt dank Routiniers wie Goalie Timon Waldvogel.

Armando Müller wiederholt, was er im Sommer schon gesagt hat, als der Aufstieg mit dem FC Uzwil Tatsache war: «Wir sind gekommen, um zu bleiben.» Er ist der Trainer und Sportchef der Ostschweizer, der sich darüber freut, dass sich seine Mannschaft in einer höheren Liga immer besser zurechtfindet. Nach dem Fehlstart mit nur einem Punkt in vier Partien ist Uzwil ein Steigerungslauf gelungen, der Müller und allen Beteiligten Hoffnung macht, das Ziel zu erreichen.

Viel Routine im Team

«Den Anspruch, oben zu bleiben, dürfen wir haben», sagt der einstige Sportchef des FC Wil, betont aber auch: «Wir müssen wachsam bleiben und bereit sein, ständig an unsere Grenzen zu gehen. Sonst drohen Probleme.» Aber er vertraut seinem Team, er weiss auch, dass er auf Routiniers setzen kann, deren Erfahrung in heiklen Momenten zum Tragen kommt.

Der 39-jährige Kristian Nushi ist einer mit Vergangenheit in der Super League (St. Gallen, Wil und Aarau); der 37-jährige Thomas Knöpfel stand auch einmal beim FCSG unter Vertrag; der 36-jährige Ifraim Alija brachte es beim FC Wil in die Challenge League und ist Captain der Uzwiler; und da ist der 30-jährige Timon Waldvogel, einst die Nummer 3 in St. Gallen. Auch er spielte mit Wil in der Challenge League - und vor vier Jahren wechselte er von Promotion-League-Verein Tuggen zum FC Uzwil.

Uzwiler Charakterstärke

«Zu Beginn der Saison leisteten wir uns zu viele leichtsinnige Fehler», sagt der zweifache Familienvater, «das hat sich inzwischen gebessert.» Als jüngstes Beispiel dafür, dass die Mannschaft intakt ist und sich aufzulehnen weiss, dient ihm der vergangene Samstag. Die Uzwiler lagen im Tessin gegen das Team Ticino U-21 kurz vor Schluss 1:3 zurück, schafften aber mit einem starken Finish den Ausgleich: «Das spricht für den Charakter dieses Teams.»

Der Torhüter trägt seinen Anteil dazu bei, dass sich der FCU gefangen hat und in der Liga angekommen ist. Waldvogel fühlt sich wohl im Verein und bestens aufgehoben auch auf diesem Niveau. Natürlich hatte er sich gewünscht, eine Karriere im bezahlten Fussball zu machen, aber nicht zuletzt gravierende Verletzungen bewogen ihn zum Umdenken. Schon während seiner Zeit beim FC Wil hatte er ein Wirtschaftsstudium begonnen und dieses 2018 mit dem Master abgeschlossen. Und seit Sommer 2021 ist er auch Berufsschullehrer. Die entsprechende Ausbildung absolvierte er in den vergangenen Jahren an der Pädagogischen Hochschule Zürich. Mit einem Schmunzeln sagt er: «Ich habe endlich den Studentenstatus abgelegt.»

Nun unterrichtet Waldvogel in Winterthur als KV-Lehrer Wirtschaft und Gesellschaft. Sportlich hat er die Ambition, mit Uzwil den Platz in der 1. Liga zu verteidigen und sich dort mittelfristig mit dem Club zu etablieren.

Kahn, Casillas, Sommer, Kobel

Und er stellt an sich den Anspruch, stetig besser zu werden. Früher eiferte er seinen Idolen Oliver Kahn und Iker Casillas nach - Kahn wegen dessen überragender Mentalität, Casillas wegen dessen Klasse und Stil. Heute verfolgt er primär die besten Schweizer Goalies, namentlich Yann Sommer und Gregor Kobel. Sommer beeindruckt ihn seit langem schon, Kobel ist für ihn der Goalie der Zukunft in der Schweizer Nationalmannschaft.

Er schaut ihnen gerne und aufmerksam zu, weil er auch nach vielen Jahren in diesem Sport immer noch lernen kann und will. «Mit 30 bin ich im besten Goaliealter», sagt Timon Waldvogel. Die Geschichte mit dem FC Uzwil ist für ihn definitiv noch lange nicht zu Ende. (pmb.)

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