«Coole Jungs und eine seriöse Führung»

  • 02.09.2021

Der 56-jährige Jürgen Seeberger ist seit diesem Sommer Trainer von Aufsteiger FC Freienbach in der 1. Liga Gruppe 3. Nach den ersten Wochen bei den Schwyzern zieht er eine positive Bilanz - nun freut er sich auf die Reise ins Tessin zum FC Paradiso.

Foto: FC Freienbach
Foto: FC Freienbach

Jürgen Seeberger, wie kam es zu Ihrem Engagement beim FC Freienbach?

Kurz vor dem Start in die Vorbereitung stand der Verein überraschend ohne Trainer da, weil sich Michael Kälin entschieden hatte, sein Amt niederzulegen. Dann meldete sich Präsident Benjamin Fuchs bei mir - und so fing das an. Ich hatte in den vergangenen zwei Jahren keine Mannschaft mehr, aber eines hatte ich nie verloren: die Freude an der Arbeit auf dem Platz. Mit Freienbach ergab sich für mich eine sinnvolle Option. Also sagte ich zu.

Was haben Sie in Freienbach angetroffen?

Einen funktionierenden Club mit einer richtig guten Führung und einem tollen Umfeld. Und ganz wichtig ist natürlich die Mannschaft, die aus coolen Jungs besteht. So macht es Spass.

Haben sich die Saisonziele verändert, weil mit Ihnen nun ein Trainer an der Seitenlinie steht, der über jahrelange Erfahrung im Profifussball verfügt?

Nein, überhaupt nicht. Als Aufsteiger geht es für uns in erster Linie darum, unseren Platz in der 1. Liga zu verteidigen. Ich habe das Glück, dass in Freienbach seriöse, geerdete Leute in der Verantwortung stehen.

Zum Start gab es in Baden ein 0:4. Sind Sie ein erstes Mal erschrocken?

Nein. Man muss das einfach realistisch betrachten. Der FC Baden verfügt über andere Strukturen als wir, er ist uns in einigen Belangen um einiges voraus und für mich mit diesem Kader der absolute Topfavorit in unserer Gruppe. Beim 1:1 gegen Wettswil-Bonstetten hat mein Team gezeigt, dass es in der Lage ist, besseren Fussball zu spielen als gegen Baden. Viele meiner Spieler sind eher schon 30 als erst 20, da stellt sich für mich die Frage: Wollen sie die Herausforderung 1. Liga annehmen? Sind sie bereit, den Aufwand etwas zu erhöhen, um gegen deutlich stärkere Konkurrenten zu bestehen? Sie können sich nicht mehr ausschliesslich auf ihr Talent verlassen, es braucht schon etwas mehr. Die Signale, die ich erhalte, sind positiv.

Nun geht es am Samstag ins Tessin zum FC Paradiso. Was erwarten Sie von diesem Duell?

Baden und Wettswil-Bonstetten war zwei harte Brocken zum Start. Paradiso wird zwar nicht zu den Favoriten gezählt, ist aber eine routinierte, zähe Mannschaft mit Spielern, die schon in höheren Ligen tätig waren. Wir stellen uns auf eine happige Prüfung ein.

In welcher Hinsicht?

Ich gehe von einer umkämpften Partie aus, in der nicht das Spielerische im Zentrum stehen wird wie noch gegen Wettswil-Bonstetten.

Öffentlich traten Sie in der Vergangenheit als Experte bei «blue» in Erscheinung. Wird das auch in Zukunft so sein?

Ja, die Arbeit beim Fernsehen behalte ich bei, das ist so mit dem Verein abgemacht. Und das lässt sich auch problemlos mit meinem Trainerjob vereinbaren. Meine Arbeit in Freienbach wird kaum einmal tangiert. (pmb.)

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