Bulle-Trainer Dénervaud hofft auf einen grossen Freitagabend

  • 16.09.2021

Die Fribourger sind gut in die 1.-Liga-Saison gestartet. Nun empfangen sie im Sechzehntelfinal des Schweizer Cups Lausanne aus der Super League.

Foto: Alain Schmitz
Foto: Alain Schmitz

Der Start sorgt für allgemeine Zufriedenheit, nicht zuletzt beim Trainer des FC Bulle. Ganz optimal sei es zwar nicht gelaufen, «sonst hätten wir alle vier Spiele gewonnen», sagt Lucien Dénervaud mit einem Augenzwinkern. Aber zehn Punkte sind für ihn doch eine Bestätigung dafür, dass er mit seiner Mannschaft bislang einiges richtig gemacht hat.

Seit etwas mehr als einem Jahr ist der 35-Jährige im Amt bei den Fribourgern, die Anfang der Achtzigerjahre zwei Jahre in der Nationalliga A spielten und 1992 noch einmal für eine Saison auf die höchste Stufe zurückkehrten. Die Spielzeit 2020/21 in der 1. Liga endete mit dem starken dritten Rang (hinter YB und Chênois), und natürlich möchte Dénervaud diese Klassierung wiederholen. Aber er warnt vor übertriebenen Erwartungen. In diesem Sommer sah sich der Verein gezwungen, das Kader zu verjüngen. Mittel, um sich Routiniers zu leisten, stehen nur noch begrenzt zur Verfügung. Und darum beträgt nun der Altersschnitt der Spieler nicht einmal mehr 22 Jahre.

Eine starke Einheit formen

Der Trainer hat es sich zur Aufgabe gemacht, aus den talentierten Jungen ein Team zu formen, dessen Stärke der Zusammenhalt ist. «Wir sind darauf angewiesen, als Einheit aufzutreten», sagt er, «wenn uns das gelingt und wir es schaffen, den starken Spirit beizubehalten, lässt sich einiges kompensieren.» Allerdings, und das betont er, sei dieser Prozess nicht über Nacht abgeschlossen, es brauche die nötige Geduld: «Der Aufbau einer Mannschaft funktioniert nicht von heute auf morgen.»

Der Auftakt gibt ihm aber schon einmal ein sehr gutes Gefühl, er ist auch ein Signal an die Konkurrenz der Gruppe 1. Dénervaud würde Bulle öffentlich nie zum engsten Kreis der Favoriten zählen, da sieht er in erster Linie Echallens, Lancy, Meyrin, auch Thun ll. Aber allein die Tatsache, dass die Greyerzer bislang noch keine Niederlage erlitten, hat gewisse Aussagekraft.

Nun im Cup gegen Lausanne

Den nächsten Beweis dafür wollen sie am Freitagabend ab 19.30 Uhr erbringen - nicht in der Meisterschaft, sondern im Cup-Sechzehntelfinal gegen Lausanne aus der Super League. Die Partie ist für die Mannschaft wie ein Bonus, sie kennt ihre Rolle: Sie muss nicht, sie darf. Dénervaud hat seinen Spielern mehrfach gesagt, dass sie Spass haben, jede Minute geniessen und unbeschwert auftreten sollen. Und: Er sieht keinen Sinn darin, an der Herangehensweise etwas zu ändern. «Am besten gestaltet jeder die Vorbereitung wie immer», sagt er, «wer am Freitag noch arbeiten muss, arbeitet - die Gewohnheiten würde ich nicht ändern.»

Dénervaud geht auch seinem Job als Fitnesscoach nach, nach 15 Uhr beginnt die Annäherung an den Abend im Stade de Bouleyres. 1500 Zuschauer, das wäre für ihn bereits eine schöne Kulisse, «aber wenn 2000 da sind, sage ich natürlich auch nicht Nein». Wie sieht es mit einer Prämie aus, falls ein Coup glückt? «Darüber haben wir uns nicht unterhalten», sagt er, «aber das ist auch nicht unser Antrieb. Wir verkaufen Matchbälle, ein bestimmter Betrag aus dem Erlös fliesst in die Mannschaftskasse. Das ist Lohn genug.» (pmb.)

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