Tuggen mit den meisten Punkten - Camara mit den meisten Toren

  • 12.11.2019

Teil 1 der 1.-Liga-Saison 2019/20 endet am Donnerstag mit dem Nachtragsspiel Langenthal - Solothurn (Gruppe 2). Welche der 42 Mannschaften haben überzeugt? Wer steckt in Schwierigkeiten? Und wer ist ist als Serientorschütze aufgefallen? Ein Rückblick.

Gruppe 1: Team Vaud überzeugt

Das Team Vaud U-21, die zweite Mannschaft von Challenge-League-Club Lausanne, überwintert an der Tabellenspitze. Und übertrifft damit die internen Erwartungen. «Wir rechneten schon damit, dass wir eine interessante Vorrunde hinlegen könnten», sagt Trainer Ilija Borenovic, «aber die Spieler machten schneller Fortschritte als gedacht. Es ist erfreulich, wie sie sich präsentieren.»

Der 36-jährige Serbe hält es trotzdem nicht für angebracht, allzu offensiv zu werden, wenn es um die Zielformulierung für die zweite Saisonhälfte geht. Also verzichtet er darauf, von den Aufstiegsspielen zu reden. «Wenn wir sie erreichen, nehmen wir das gerne», sagt er, «aber wenn es nicht gelingt, dann ist das kein Weltuntergang. Auch wenn klar ist: Unser Ehrgeiz ist es, möglichst viel Erfolg zu haben.»

Borenovic arbeitet in Lausanne eng mit Giorgio Contini zusammen, der mit den Profis auf Kurs Richtung Super League ist. «Mit ihm ist es unkompliziert», erklärt Borenovic, «weil er selber in St. Gallen auch schon Trainer einer zweiten Mannschaft war und darum meine Rolle kennt.»

Drei Punkte hinter dem Team Vaud U-21 ist der FC Naters mit Trainer Marco Walker klassiert. Jean-Paul Brigger, der prominenten Sportchef der Oberwalliser, ist bislang hochzufrieden mit der Entwicklung: «Ich ziehe ein positives Fazit. Die Mannschaft zieht hervorragend mit. Marco und alle, die zum Staff gehören, leisten tolle Arbeit.»

Im Abstiegskampf besitzt derzeit Azzurri Lausanne die schlechtesten Karten. In 14 Runden gab es lediglich 2 Punkte. In Gefahr, relegiert zu werden, sind daneben gleich mehrere Clubs: Den Achten (Olympique Genève) und den Dreizehnten (La Chaux-de-Fonds) trennen nur sechs Punkte.

Gruppe 2: Delémonts Steigerung

Was war das nur für ein Start im Sommer: 0:6 in Baden! Und: 0:2 in Wohlen in der 3. Runde. Aber die SR Delémont fing sich nach zwei Niederlagen in drei Begegnungen in beeindruckender Art und Weise auf - und führt die Rangliste in der Winterpause an, vor Wohlen, Biel und GC ll. «Der 3:2-Erfolg bei Solothurn am vierten Spieltag bedeutete die Wende», sagt Trainer Philippe Rossinelli.

Die Jurassier legten in der Tat einen Steigerungslauf hin. Sie verloren zwar noch zweimal, 1:2 in Muttenz und 0:1 im Derby gegen Bassecourt. Aber alle anderen Partien entschieden sie für sich. Ein Unentschieden taucht in ihrer Bilanz nicht auf. «Das zeigt: Wir streben immer den Sieg an», sagt Rossinelli, «manchmal ist das auch Poker und kann schiefgehen.» Um anzufügen: «Wenn wir im Frühjahr an die jüngsten Leistungen anknüpfen können, dürfen wir sehr zuversichtlich sein, was die Aufstiegsspiele angeht.»

Offen ist, ob Rossinelli 2020 weiter auf die Dienste von Mohamed Almamy Camara zählen kann. Der 23-jährige Stürmer aus Guinea erzielt bislang genau die Hälfte aller Delémont-Tore, nämlich 17. «Natürlich hoffe ich, dass er uns weiterhin zur Verfügung steht», erklärt Rossinelli, «aber es gibt sicher Interessenten aus höheren Ligen.» Rossinelli ist sehr wohl bewusst, dass es eine umkämpfte zwei Saisonhälfte bevorsteht. Bis zum Fünften sind es nur 7 Punkte Vorsprung. Trotzdem hält der Coach am Saisonziel fest: «Wir wollen in die Aufstiegsspiele.»

Prekär ist die Lage für Zug 94 am Tabellenende. Der Ertrag aus 14 Runden: nur 5 Punkte. Gleich viele fehlen, um sich auf Augenhöhe mit dem Vorletzten Goldau zu bewegen. Und bereits 10 Punkte Differenz sind es zum rettenden 12. Rang.

Gruppe 3: Tuggen in Fahrt

34 Punkte - so erfolgreich wie Tuggen hat keine andere Mannschaft der 1. Liga überhaupt während der ersten 14 Runden bislang abgeschnitten. Trainer Adrian Allenspach äusserte sich im Sommer vor dem Start zwar nicht sehr offensiv, wusste aber damals schon, dass reichlich Substanz vorhanden ist. Seine Spieler enttäuschten ihn nicht, im Gegenteil. «Wir haben sehr wohl Ambitionen», sagt Allenspach, «aber wir brauchen das nicht so forsch zu kommunizieren.»

Erster Verfolger der Tuggner ist der FC Wettswil-Bonstetten, auf den Plätzen 3 und 4 folgen Linth sowie die zweite Mannschaft des FC Winterthur. Allenspach sagt: «Es ist kein Zufall, dass diese vier Teams oben stehen.» Er sieht in Wettswil-Bonstetten einen «sehr konstanten Konkurrenten», in Linth «eine unangenehme Mannschaft» und in Winterthur «ein Team, das richtig guten Fussball zeigt». Trotzdem ist die Ausrichtung klar: In der zweiten Saisonhälfte will Tuggen den ersten Platz nicht mehr hergeben und sich für die Aufstiegsspiele qualifizieren.

Woran kann das scheitern, Adrian Allenspach? «Es ist oft so: Im Erfolg macht man die grössten Fehler», antwortet er, «wenn Nonchalance Einzug hält, wenn man vielleicht auf einmal Verletzungspech hat, dann kann das Ganze aus dem Gleichgewicht geraten. Darum müssen wir immer die Bodenhaftung bewahren und im Training gezielt arbeiten.»

Am anderen Ende der Gefühlsskala befindet sich der FC Thalwil. Nach dem personellen Umbruch und vielen Neuverpflichtungen wähnte man sich vor dem Saisonstart noch als Transfersieger. Nun aber droht der Abstieg: Der Rückstand zum Vorletzten Gossau beträgt vier, zu den Elftplatzierten Dietikon und St. Gallen ll bereits sechs Punkte.

Torschützen: Camara in Führung

Die Torschützenliste wird gleich von drei Offensivleuten aus der Gruppe 2 angeführt. Hinter Mohamed Almamy Camara (Delémont) folgt Labinot Aziri (Schötz) mit 15 Toren, Drittbester ist Manuel Alessio (Muttenz) mit 13. Den vierten Platz teilt sich ein Trio mit 12 je Treffern: Gentian Bunjaku (Vevey), Arthur Deschenaux (Bulle) und Davide Giampa (Wohlen).

(pmb)

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