Saisonvorschau Promotion League 2019/20

  • 31.07.2019

Yverdon und Bellinzona blicken Richtung Challenge League, Absteiger Rapperswil ist vorsichtig - und Altmeister Kurt Feuz plagen Sorgen: Die höchst attraktive Promotion League vor dem Start in die Saison 2019/2020.

Einer der meistgenannten Aufstiegsanwärter ist Yverdon - und Anthony Braizat hat nichts gegen die Favoritenrolle. Der Trainer des letztjährigen Tabellenzweiten sagt: «Unser Ziel ist die Promotion.» Im Kader hat er jede Menge Qualität, mit François Marque einen ehemaligen Basel-Haudegen in der Abwehr, mit Norman Peyretti einen Neuzugang aus Aarau und mit Mustafa Sejmenovic einen Spieler von Xamax. Auch andere bringen reichlich Erfahrung aus den zwei höchsten Schweizer Spielklassen mit. Trainiert wird in Yverdon einmal pro Woche auch am Morgen. Braizats Absicht: «Wir wollen eine schöne Geschichte schreiben.»

Zur ehrgeizigen Fraktion aus dem Welschland gehört auch ein Neuling: Etoile Carouge. Der Aufsteiger wird von Jean-Michel Aeby (53) gecoacht, der nach seiner langen Profi-Karriere nun bereits seit 2000 im Trainergeschäft tätig ist. In seinem Kader von Carouge stehen namhafte Spieler wie Matias Vitkieviez, der 2012 ein Länderspiel für die Schweiz bestritt, Geoffrey Tréand (neu von Xamax) oder Djamel Mesbah (112 Partien in der Serie A).

Besonders ambitioniert steigt ausserdem die AC Bellinzona in die neue Saison, ein anderer Club mit Vergangenheit in der Super League. «Unser Ziel ist es, besser abzuschneiden als zuletzt», sagt Sportchef Paolo Gaggi. 2018/19 beendeten die Tessiner die Meisterschaft auf Platz 3. Gaggi spürt, dass nach leidvollen Jahren in Bellinzona die Lust auf Fussball zurückkehrt. Zu Heimspielen kommen in der Regel 1500 Zuschauer. Ein der grossen Hoffnungsträger ist Gaston Magnetti, der einzige Vollprofi. Der Stürmer erzielte im letzten Jahr 15 Tore.

Und dann gibt es noch den Kandidaten, der aus der Challenge League abstieg: Rapperswil. Der Club muss einen Umbruch bewältigen und mit weniger Mitteln auskommen. «Unser Ziel ist eine Klassierung im vorderen Viertel der Rangliste», sagt Sportchef Stefan Flühmann, «bevor wir an mehr denken, müssen wir schauen, dass unser Team eine verschworene Einheit wird.»

Und sonst? Fragezeichen, Unsicherheiten, Überraschungskandidaten. Cham etwa, der Vierte der vergangenen Spielzeit, hat mit Roland Schwegler (als Spieler zweimal Meister mit GC) einen neuen Trainer, der einige Abgänge kompensieren muss. «Unser Ziel ist es, hinter Luzern und Kriens die Nummer 3 in der Zentralschweiz zu bleiben», sagt er.

Offene Fragen sind derzeit einige auszumachen. Wozu ist Brühl St. Gallen fähig? Landet  Köniz mit seinem Trainer, SFV-Materialwart Silvan Rudolf (30), wieder im sicheren Mittelfeld? Gelingt das auch Breitenrain mit Trainer Martin Lengen? Hält Aufsteiger Black Stars mit Coach Samir Tabakovic mit? In welcher Zusammensetzung treten die U-Teams von Sion, Basel und Zürich an? Greift Stade Nyonnais an, der Sechste des Vorjahres? Was ist mit YF Juventus Zürich? Was mit Bavois, dem Club aus dem kleinen Waadtländer Dorf? Und: Was hat Kurt Feuz zu bieten, der Altmeister unter den Trainern? Der 67-Jährige geht in seine 35. (!) Saison mit dem FC Münsingen.

«Wir haben einige Leistungsträger verloren», sagt er, «und finanziell können wir mit vielen Konkurrenten nicht mithalten, um die Lücken zu schliessen.» Also ist seine Kreativität erst recht gefragt, nicht wahr. Feuz schmunzelt und antwortet: «Wenn wir den Ligaerhalt schaffen, dann ziehe ich den Hut vor den Giele.»

(pmb / Bild: Flashpress/Allenspach)

zurück