FC Paradiso: Der wahr gewordene Traum

  • 07.08.2019

FC Paradiso? Vermutlich kaum ein Fussballfan wusste diese Mannschaft bislang zuzuordnen, weder sportlich noch geografisch. Jahrelang spielte der Club in den tiefen Tessiner Ligen. Dann, innert weniger Jahre, stieg er von der 4. in die 1. Liga auf.

2017 feierte der Verein aus Lugano sein 100-jähriges Bestehen. In den letzten zwei Jahren krönte der FC Paradiso sein Wirken. Er stieg im Sommer 2018 in die 2. Liga interregional auf, heuer folgte die Promotion in die 1. Liga. Am Ende dieser unglaublichen Serie stand also im Juni 2019 als Aufsteiger der nächste, nie erwartete Aufstieg.

Baumeister dieses Erfolgs ist das Duo Caggiano/Lanza. Antonio Caggiano, ein Unternehmer und Politiker der «Lega dei Ticinesi», ist Gemeinderat und seit 17 Jahren auch Präsident des FC Paradiso. In seine Amtszeit fielen nicht nur glanzvolle Zeiten. Es gehörte auch ein Abstieg in die 4. Liga dazu. Aber unter dem impulsiven Präsidenten schaffte der Club auch den Sprung auf ein noch nie erreichtes Level.

Auf der Trainerbank sitzt mit Andrea Lanza einer, der den Tessiner Fussball bestens kennt. Als Spieler war der vor 35 Jahren in Frauenfeld geborene italienisch-schweizerische Doppelbürger für Bellinzona, Arbedo, GC Biaschesi, Taverne, Porza und zum Abschluss seiner Karriere in Paradiso tätig. Vor zwei Jahren nahm der «Mister» in Paradiso seine erste Tätigkeit im Trainerbereich auf und steht sinnbildlich für den Aufschwung im Verein. Kein Wunder also, dass er auch in dieser Saison an der Seitenlinie stehen wird.

Dass der FC Paradiso neu in der vierthöchsten Spielklasse mitspielt, darf trotz einer überragenden Vorrunde 2018/19 als «Fussball-Wunder» bezeichnet werden. Er stand nach der Hälfte des Pensums mit 33 Punkten (sieben mehr als der Zweite) an der Spitze seiner Gruppe und durfte zu träumen beginnen, ehe im Juni die grosse Aufstiegsparty folgte.

Während der Sommerpause gab der Fussballplatz von Pian Scairolo (auf dem Gebiet der Gemeinde Collina d’Oro gelegen) zu reden, wo der Verein in den letzten Jahren seine Heimspiele ausgetragen hat. Denn der Kunstrasen war nicht für die Erste Liga homologiert. Was also war die Lösung des Problems? Ein Ausweichen auf andere Plätze? Ins Cornaredo? Nach Breganzona? Taverne? Nichts von alledem.

Nach Absprache mit dem Schweizerischen Fussballverband wurden Arbeiten in Angriff genommen, um die Auflagen zu erfüllen und um weiterhin auf dem für den Club so wichtigen Kunstrasen antreten zu können. Zuletzt wurde auch im Sicherheitsbereich nachgebessert, als nächster Schritt steht die Erneuerung der Garderoben an.
Andrea Lanza blickt der ersten Saison des FC Paradiso in der 1. Liga optimistisch entgegen. «Wir sind so gut wie möglich vorbereitet und wir sind uns bewusst, dass es ein schwieriges Jahr wird. Aber wir sind zuversichtlich.»

(um / Bild: Chalcio.com)

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