Die Nummern 2 und 3 im «Ländle»

  • 08.03.2020

Der USV Eschen-Mauren und der FC Balzers müssen sich in der laufenden Saison der 1.-Liga-Gruppe 3 eher nach hinten orientieren – und gehen die Rückrunde unter verschiedenen Voraussetzungen an.

Nur sieben Vereine umfasst der Liechtensteinische Fussballverband (LFV), drei davon sind in nationalen Ligen in der Schweiz unterwegs. Hinter Branchenleader FC Vaduz, der sich in der Brack.ch Challenge League als aktueller Tabellenzweiter noch Hoffnungen auf eine Rückkehr ins Oberhaus machen kann, haben sich die beiden Erstligisten USV Eschen-Mauren und FC Balzers in der 1. Liga etabliert und haben beide schwierige Vorrunden hinter sich.

Beim FC Balzers, im letzten Sommer als Aufsteiger aus der interregionalen 2. Liga ambitioniert in die Meisterschaft der Gruppe 3 gestartet, gab es in der Winterpause etliche personelle Einschnitte. Torhüter und Captain Oliver Klaus ist zurückgetreten, auch Nationalspieler Martin Rechsteiner und Raphael Tinner stehen nicht mehr zur Verfügung und Felipe Dorta wechselte innerhalb des Fürstentums zu Ligakonkurrent USV Eschen-Mauren, Leihspieler Ferhat Saglam kehrte zum FC Vaduz zurück.

Und da wäre noch Michele Polverino. Der 79-fache liechtensteinische Nationalspieler machte im vergangenen November sein letztes Länderspiel und muss nun auch im Verein kürzertreten. «Ich hatte einen Bandscheibenvorfall, versuchte, in der Vorbereitung wieder einzusteigen, aber es ging nicht mehr», sagt der 35-Jährige, der seit letztem Sommer auch als Assistenztrainer von Joseph Brenner wirkt.

Auch Polverino wird also in der Rückrunde fehlen – mit ihm, dem verletzten Daniel Kaufmann (Knorpelschaden) und den weiteren Abgängen ging dem FC Balzers einiges an Erfahrung verloren. «Wir gehen notgedrungen einen neuen Weg, haben uns vornehmlich mit jungen Spielern ergänzt, die mit Leidenschaft und Herz dabei sind», sagt Polverino, dem bewusst ist, dass es «für uns darum gehen wird, die Klasse zu erhalten». Polverino wird diesen Prozess weiterhin als Assistenzcoach begleiten, wird jedoch ab Sommer, wenn er einen Job bei der Liechtensteinischen Landesbank übernehmen wird, berufliche Prioritäten setzen. «Ich werde sicherlich noch das A-Diplom als Trainer erwerben, um mir diese Tür offen zu halten. Aber ich muss einen vernünftigen Entscheid fällen.»

Beim USV Eschen-Mauren hat man sich den bisherigen Saisonverlauf auch ein wenig anders vorgestellt. Letzte Saison erreichte das Team des holländischen Trainers Erik Regtop noch die Aufstiegsspiele zur Promotion League (Niederlagen gegen den FC Black Stars), in der aktuellen Spielzeit resultierte nach dem halben Pensum nur Rang 9. Auch der USV muss in der Rückrunde auf zwei wichtige Fussballer verzichten. Nationalspieler Robin Gubser widmet sich seinem Beruf, Maximilian Nussbaumer nimmt ein Studium in Wien auf. Wichtig wird sein, dass Eschen-Mauren in der 1. Liga-Rückrunde, die wegen der Einschränkungen in Sachen Coronavirus verzögert in Angriff genommen wird, rasch den Tritt findet und sich aus der gefährdeten Zone verabschiedet.

Anfang April stehen auch die Halbfinals im liechtensteinischen Cup an, bei dem sich der Sieger einen Platz in der Qualifikation zur Europa League holen kann. Dies gelang Eschen-Mauren zuletzt in der Saison 2012/2013, als es gegen den isländischen Club FH Hafnarfjördur ging. Auch der FC Balzers hat eine internationale Geschichte, spielte 1993 als erster liechtensteinischer Verein überhaupt im Europacup der Cupsieger, damals noch mit dem jungen Mario Frick im Angriff, der 2012 als Trainer nach Balzers zurückkehrte und heute den FC Vaduz coacht. Die Wege sind eben kurz im fussballerischen Fürstentum Liechtenstein.

(das)

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