Der FC Tuggen im Hoch mit Adrian Allenspach

  • 16.10.2019

Der 50-jährige Ex-Profi Adrian Allenspach kehrte 2017 nach einem Jahr Pause als Trainer zum FC Tuggen zurück. Jetzt führt das Team die Tabelle an und kann den Vorsprung am Samstag gegen Wettswil-Bonstetten ausbauen.

Vier Runden noch, dann ist Teil 1 der Saison vorbei und die Möglichkeit da, für einmal «die Füsse hochzulagern», sagt Adrian Allenspach. Dabei erweckt der Trainer des FC Tuggen nicht eben den Eindruck, als wäre er müde. Er ist gut gelaunt, und das hat gewiss auch damit zu tun, dass es seiner Mannschaft bestens läuft: Die Schwyzer vom oberen Ende des Zürichsees führen die Tabelle der Gruppe 3 an, acht ihrer bisherigen zehn Partien haben sie gewonnen. Und am Samstag bietet sich in Wettswil-Bonstetten die Möglichkeit, gegen den Zweiten der Tabelle den Vorsprung auszubauen.

Tuggen hat sich in eine günstige Position gebracht, aber der Trainer sagt: «Wir dürfen jetzt nicht überheblich werden.» Es ist die Warnung eines 50-Jährigen, der als Stürmer einst Karriere auf höchster nationaler Ebene machte. Der unter anderem Tore schoss für St. Gallen und Aarau, Lugano und Sion. Und der als Trainer einen ganz besonderen Bezug zum FC Tuggen hat.

2007 stieg er beim Verein ein, erreichte mit ihm drei Mal die Aufstiegsspiele, holte mit seinem Team 2012 den 1.-Liga-Meistertitel und wurde mit einem Platz in der Promotion League belohnt. Dazu kamen Highlights im Schweizer Cups mit Achtelfinals gegen den FC Basel (2x), Sion und Zürich. Neuneinhalb Jahre stand Allenspach in der Verantwortung, und das raubte so sehr Substanz, dass er im November 2016 eine Pause brauchte. Er legte sein Amt nieder, «der Pfuus», sagt er, «war draussen».

Der Anruf des Präsidenten

Aber ein Jahr später meldete sich Felix Huber, der Präsident. Tuggen war unter Bruno Berner abgestiegen, sein Nachfolger Danijel Borilovic blieb glücklos - und Huber hoffte auf Allenspach. Zuerst war dessen Antwort: «Nein!» Am anderen Tag nahm Huber den nächsten Anlauf, und Allenspach erwiderte: «Gib mir drei, vier Tage Bedenkzeit.» Und schliesslich sagte er zu. Der Versicherungsberater aus dem thurgauischen Wängi ist inzwischen fast wieder zwei Jahre im Amt. Macht alles in allem mehr als elf Saisons in Tuggen. Das ist viel, «aber erst ein Drittel im Vergleich zu Kurt Feuz in Münsingen», sagt Allenspach mit einem breiten Lachen.

Er hat Spass am Job, für den er dreimal wöchentlich mit seinem Assistenten Remo Löffel von Wängi nach Tuggen fährt, 45 Minuten sind das pro Weg mit dem Auto. Es lohnt sich für ihn auch deshalb, weil für ihn im Club noch «so etwas wie heile Welt» herrsche: «Im Fussballgeschäft gibt es den einen oder anderen schrägen Vogel, aber nicht in Tuggen. Ich schätze die Ehrlichkeit, die Transparenz und die Seriosität der Leute. Sie halten sich an das, was abgemacht worden ist.»

Die Routine von Kim Jaggy

Beim FCT verfügt Allenspach nicht über ein aufgeblähtes Kader. 19 Spieler hat er, Goalies inklusive. «Das genügt», findet er, «weil jeder die Qualität mitbringt für dieses Niveau. Wir haben kaum ein Leistungsgefälle.» Das bekannteste Gesicht des Teams ist Kim Jaggy, ein ehemaliger U-21-Nationalspieler und ehemaliger Profi. Der Innenverteidiger wird im November zwar 37, beeindruckt aber mit seiner Ruhe am Ball und seinem Auge. Auf seine Erfahrung will Allenspach nicht freiwillig verzichten.

Und wohin soll die Reise der Tuggner führen, Adrian Allenspach? «Wenn wir so weitermachen wie bisher, dann kann ich zufrieden sein», sagt der Coach mit einem Grinsen. 28 Tore sind in 10 Partien bislang zusammengekommen, macht einen Schnitt von fast 3 Treffern pro Match. Die offensive Ausrichtung ist ein Markenzeichen und Gewähr für gute Unterhaltung. Das Publikum goutiert jedenfalls die Auftritte. Aber trotz starkem Start denkt Allenspach nicht zu weit, schon gar nicht an die Promotion League. Zunächst kommt der Endspurt des Jahres, dann ist Winterpause und eben: Füsse hochlagern. «Und danach», sagt Allenspach ganz entspannt, «schauen wir, wie weit wir es bringen.»

(pmb)

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